Dschungel Abenteuer vom Feinsten

Koh Rong Sanloem (oft auch Samloem) liegt 18km westlich von Sihanoukville in Cambodia. Das paradiesische Inselchen ist mit der Fähre oder einem Fischerbötchen zu erreichen.

„If they bite you, you have 3 minutes!“

Der angsteinflößende Satz schwirrt uns im Kopf herum und wir achten bei jedem Schritt über die Äste und Lianen penibelst genau darauf, ob es sich auch wirklich um keine Schlange handelt. Bevor wir nämlich den schmalen Pfad in Richtung Sunset-Beach angetreten sind, wurden wir vor den giftigen Tierchen auf der Insel gewarnt. Sogar eine Python soll gesichtet worden sein und zwar in demselben Größenumfang wie die Brücke, die über das kleine Flüsschen führt, welches den Dschungel von der Zivilisation trennt :-O  Nach den ersten paar Metern gewinnt dann aber doch der Abenteuerdrang die Überhand und wir wandern munter drauf los. Bergauf, bergab, kurzes Kraxeln… und dann nach ca. 45 Minuten öffnet sich der Blick zum wundervollen Sunset-Beach. Und es hat sich definitiv gelohnt. Ein traumhafter Sandstrand mit smaragdgrünem, glasklarem Wasser und körnigem Muschelsand, Palmen im Background, Strandschaukeln und chillige Menschen 😉

Treck zum Sunset Beach auf Koh Rong Sanloem
Mit Freunden zum Sunset Beach trecken

Wie kommst du zum Sunset-Beach?

Hier beginnt der Pfad direkt hinter dem Beach Island Resort (wo man übrigens auch super Übernachten kann) gleich links neben dem Dorm. Der etwas schwierigere Pfad führt über Stock und Stein, Baumwurzeln, Lianen und Co. – für die kleinen Kraxelstellen gibt es befestigte Seile am Rand. Gutes Schuhwerk ist zu empfehlen.

Fieberhaft überlegen wir, wie wir den anstrengenden Rückweg umgehen können, als gerade einige Kanus an Land gezogen werden. Wir kommen mit zwei netten Franzosen, welche dort ein Resort betreiben ins Gespräch und handeln einen guten Preis für die malerische „Überfahrt“ zum Lazy Beach aus. Wir verladen Sack und Pack und paddeln munter drauf los.

Kanufahrt Sunset Beach zu Lazy Beach Koh Rong Sanloem
Kanufahrt zum Lazy Beach bzw. unser Guide bei der Rückfahrt

Wir stärken uns im Beachrestaurant mit leckeren Curries und warten bis es dunkel genug ist, um mit den Plankton (Bio Luminescent) zu schwimmen und zu schnorcheln. Es kostet etwas Überwindung, Mitten in der Nacht ins rauschende Meer zu gehen, aber wir trauen uns und tauchen ins kühle Nass. Es eröffnet sich eine wahnsinnig tolle Traumwelt, die wir bisher noch nicht kannten. Überall glitzert und glänzt es. Es wirkt etwas surreal, wie unsere Körper, scheinbar schwerelos durch den glitzernden Ozean gleiten. Über uns sind die leuchtenden Sterne, unter uns das leuchtende Plankton. Ein atemberaubendes Erlebnis.

Am intensivsten ist das Plankton-Erlebnis bei Neumond und mit Taucherbrille bewaffnet. Hände und Füße bewegen nicht vergessen 😉

Spinnen mit diamantenfarbenen Augen.

Mit Stirnlampen ausgerüstet bestreiten wir den Rückweg durch den Dschungel. Plötzlich starren uns gefühlte 1000 glitzernde Augen an und wir kreischen als gäbe es kein Morgen. Nach genauerer Inspektion erkennen wir hüpfende Spinnen in allen diversen Größen. Ausweichen gibt’s nicht. Wir wandern über ein glitzerndes und hüpfendes Spinnenmeer. Ziemlich creepy und spuky aber irgendwie auch schön. Als wir uns an die Tierchen gewöhnt haben, kommt der nächste Schock: zwei riesengroße Augen starren uns in ca. drei Meter Entfernung an. „Pssst… nicht bewegen, was ist es?“ Langsam leuchten wir erneut in die Richtung und beginnen zu lachen: die Katze vom Resort dürfte uns gefolgt sein. Ach, was sind wir erschrocken.

Ansonsten begegnen wir noch vielen Affen und Kröten, Fröschen, Blindschleichen, Geckos, Moskitos, Lizzards und Co. Zurück beim Saracen Beach gönnen wir uns dann einen wohlverdienten Drink im Treehouse und lassen den abenteuerlichen Tag Revue passieren.

Wie kommst du zum Lazy Beach?

Mit dem Kanu vom Sunset Beach oder zu Fuß. Gleich hinter der Octopussy-Bar am Saracen Beach beginnt der sandige, flache Weg zum Lazy Beach. In der Nacht trifft man auf Spinnen aller Art mit silberglänzenden Glubschaugen, Affen, Katzen, Kröten, Schlangen (die wir zum Glück nicht gesehen haben). Eine Stirn- oder Taschenlampe ist absolut empfehlenswert. Das Essen dort ist sehr gut. Es gibt auch einen Book-Swap, eine Hollywood-Schaukel, Hängematten und das Beste: in der Nacht kann man mit dem leuchtenden Plankton schwimmen und schnorcheln. Ein wahnsinniges Erlebnis. Einfach unbeschreiblich schön.

Schauklen vor dem Plankton Tauchen
Schauklen vor dem Plankton Tauchen

Mit dem Fischkutter ins Inselparadies.

Koh Rong Sanloem. Die Anreise.

Als wir uns entschieden hatten, der kambodschanischen Wettervorhersage zum Trotz doch auf die vorgelagerte Insel Koh Rong Sanloem zu fahren, haben wir eine gefühlte Ewigkeit gebraucht, bis wir herausgefunden haben, welches Boot überhaupt an welchem Pier halt macht. Warum? Damit wir mit unseren schweren Backpacks nicht die ganzen 4.5 km Strand entlang wandern müssen.

Eine Bootsfahrt die ist lustig.

Doch dann ging alles ganz schnell: wir haben den angeblichen „Social Media Manager“ einer Bungalow Anlage auf Facebook ausfindig gemacht. Als dieser herausgefunden hat, dass wir gleich nebenan im Guesthouse wohnen, ist er gleich ganz euphorisch zu uns geeilt und hat uns versichert, dass wir am richtigen Ort rausgelassen werden und bei den Bungalows noch einen Discount bekommen. Wir etwas skeptisch aber eigentlich ganz froh, der Recherche ein Ende setzten zu können.

„You come with me on my motorbike? But I have only one!“

Das Motorbike deja-vu: Dominik durfte wieder einmal aufhüpfen, wurde zum einzigen ATM weit und breit gefahren (da wir kein Geld mehr hatten) und dann zum „Ticketoffice“, welches ein kleiner Verschlag an einem Weg mit ganz vielen, mit Regenwasser gefüllten, Schlaglöchern war. Tickets gekauft und dann daheim draufgekommen, dass es doch wieder einer der Bootsanbieter war, die wir davor schon gespotted hatten. Wir so: naja, wird schon klappen und endlich auf zum Beach.

Schlaglöcher bei Ortes-Beach

Aus den Federn du Schlafmütze.

Da wir sehr früh raus mussten, wurde uns im Jully Anna Guesthouse das Frühstück direkt zum Zimmer gebracht. Kaum gegessen und noch schnell die Backpacks fertig gepackt, war unser Transfer zum Boot auch schon da. Die armen Rucksäcke wurden wieder einmal als unterstes in den Dreck geworfen. Damn warum haben wir die Packsäcke nicht drangemacht? Aber was soll’s: wir sind ja jetzt Weltreisende. 😉

Travel-Gums im Van statt auf dem Boot.

Der Fahrer hat uns mit einem Speed durch die Schlaglöcher manövriert, dass wir im Van schon die Reisekaugummis gebraucht haben. Gegenüber von uns saß ein Mädchen mit ihrem Freund, ich glaube Engländer, die beiden wurden immer bleicher und bleicher. Jedenfalls sind wir dann nach einem Horrortrip endlich beim Pier angekommen, wo wir unser Ticket gegen ein Halsband mit Batch tauschen mussten. Es gab verschiedene Farben, was die Meute natürlich wieder mal verunsichert hat, allerdings fanden wir das Konzept ganz gut.

„The boat is going from the other pier today.“

hieß es dann plötzlich und wir wurden wieder verladen. Verladen? Ja, ganz genau so kann man sich das vorstellen. Man weiß eigentlich nie so genau wie einem gerade geschieht. Informationen gibt es nicht. Na gut, beim nächsten Pier rausgeworfen, mussten wir dann warten bis die Boote bereit waren. Dann haben wir unsere Backpacks in einem kleinen Speedboot verladen und uns einen Platz in Fahrtrichtung gesichert. Wir waren zum Glück im richtigen Boot. Viele andere, mussten nochmals umsteigen.

„Koh Rong Sanloem? Yes, yes. Someone to Koh Rong: I hope not for you.“

Haha und da gab es dann doch eine Info, von unserem netten Captain. Es gibt nämlich zwei Inseln die angefahren werden. Motor gestartet und los geht’s. Nach ein paar Minuten haben wir uns schon gewundert, warum der Motor so ächzt und krächzt, da wir mittlerweile aber schon so Einiges gewohnt sind, haben wir uns nichts weiter dabei gedacht. Ein Gewusel und Gerede der Locals am Boot.

Warnwesten auf dem Speedboat nach Koh Rong Sanloem

Und dann sind wir mitten auf offenem Meer stehengeblieben.

Mit Hand und Fuß, hat man uns dann erklärt, dass „one engine broken“ wäre und wir zurückfahren. Im Schneckentempo und in der prallen Sonne sind wir also „back to the pier“ getuckert. Das war’s dann wohl mit unserem Plan, mit dem ersten Boot auf der Insel anzukommen.

„Der frühe Vogel kann mich mal.“

oder wie war das nochmal? 😉 Am Hafen durften wir alle nochmal schnell aufs Klo. Um erst einmal dorthin zu gelangen, muss man um eine Holzbaracke herum über dem Meer auf ein paar provisorisch verbauten Brettern balancieren, um dann ein Loch in eben diesen Holzbalken zu erreichen, um dort sein Geschäft verrichten zu können. Der Ausblick nach unten ist ja aber ganz nett: Fischeeeeeee ;))

In der Zwischenzeit wurde die abgebrochene Schraube gegen eine Neue getauscht und weiter ging’s. Ein zweiter Versuch. Dieses Mal ging alles glatt. Der Seegang war zwar nicht ohne, aber noch ok und die Fahrt dauerte nur ca. 45 Minuten. Der Captain ist sehr gut gefahren.

Und: Freedom Pier?

Dreimal dürft ihr raten. Da wir zu spät dran waren, sind war natürlich beim falschen Pier rausgelassen worden. Wir haben uns schon am Strand entlang latschen sehen. Aber die Mitarbeiter dort waren so nett und haben uns ein Shuttelboot organisiert.

Fischkutter zum Freedom Pier

Mit Sack und Pack auf einem Fischkutter.

Das Unterfangen, auf das Boot zu gelangen, hat uns einiges abverlangt. Dominik ist mit beiden Backpacks auf einem Balken balanciert und hat versucht diese auf das Boot zu werfen, während Michaela mit beiden Daypacks auf dem Rücken den Schiffstau versucht hat anzubinden, da nur ein Mann das Boot steuerte. Beim Aussteigen waren wir schon routinierter. Das Abenteuer Robinson Crusoe auf der Paradiesinsel kann beginnen.

Koh Rong Sanloem - Sarecen Bay